FILMKRITIK Jiro dreams of Sushi

Screen-shot-2011-12-07-at-10.031Jiro dreams of Sushi: ein Must-See für Sushi-Fans

Zwei Hände formen liebevoll aus einem Klümpchen Reis und einem Stück leuchtend rosa Thunfisch das perfekte Sushi – als wir uns den Trailer zu „Jiro dreams of Sushi“ angeschaut haben, war sofort klar: diesen Film MÜSSEN wir sehen!

Jiro dreams of Sushi erzählt die Geschichte von Jiro Ono, dem weltbesten Sushi-Meister. In seinem winzig kleinen Lokal Sukiyabashi Jiro in einer Tokioer U-Bahn Station versucht der  90(!)-Jährige nach wie vor mit größter Hingabe, seine Sushi-Kunst zu perfektionieren. Das Lokal wurde wiederholt mit 3 Michelin-Sternen ausgezeichnet und sogar US-Präsident Obama hat sich dort schon von Jiro „bekochen“ lassen.

Mr. Y hat den Dokumentarfilm für uns in der Bibliothek ausgeliehen und wir machten es uns an einem kühlen Herbstabend im warmen Wohnzimmer gemütlich – selbstredend mit einer ordentlichen Portion Sushi und Maki. Gott sei Dank waren wir mit dem Essen fertig, bevor wir den Film in den DVD Player schoben, denn sonst wäre uns der Appetit auf unser Liefersushi gründlich vergangen: die Aufnahmen von Jiros handwerklich und qualitativ perfekten Sushi lassen unschwer erkennen, warum der alte Mann als weltbester Sushi-Koch gilt (stellt euch den Dexter-Opener mit Sushi vor!).
Aber der Film aus dem Jahr 2011 besticht definitiv nicht nur mit schönen Fisch-Bildern. Er erzählt auch die wirklich berührende Geschichte von Jiro und seinen beiden Söhnen. Eigentlich wollte Regisseur David Gelb einen Film über mehrere Sushi-Meister und ihre unterschiedlichen Herangehensweisen an die japanische Spezialität machen, aber er war von Jiros unermüdlichem Perfektionsdrang so beeindruckt, dass er sein Konzept kurzerhand über den Haufen warf.
Fast jeden Tag steht Jiro hinter dem Tresen und kreiert seine Kunst (ja, seine Sushi sind wirklich Kunst!) für 10 Gäste – mehr Plätze gibt es in dem kleinen Lokal nämlich nicht. Reservierungen müssen teilweise ein Jahr im Voraus vorgenommen werden, wenn nicht sogar noch länger.
Dabei arbeitet er auch nach all diesen Jahren noch daran, jeden Handgriff zu perfektionieren. Der Wunsch nach Perfektion ist es, der ihn jeden Morgen aus dem Bett holt. Und das hat er auch an seine beiden Söhne weitergegeben – der ältere arbeitet immer noch als Sou-Chef bei Jiro: mit mittlerweile über 50 Jahren!

JEDEM, wirklich JEDEM, der was für Sushi und Bewegtbilder übrig hat, können wir diesen Film nur wärmstens ans Herz legen. Die Aufnahmen sind sensationell und führen uns vor Augen, was für (geschmackliche, handwerkliche, qualitative, ideologische) Welten zwischen dem Billig-Sushi vom Standl am Schwedenplatz und hoher Sushi-Kunst liegen (ein Menü bei Jiro kostet etwa 250 Euro) – beispielsweise die 45minütige Massage die jeder Oktopus von einem speziell dafür Angestellten erhält, bevor es für ihn dann auf das kleine Reisbettchen geht. Aber vor allem berührt die Geschichte des alten Mannes, der irgendwo ein Getriebener  ist, aber sein Stückchen vom Glück zwischen dampfenden Reistöpfen, dem perfekten Eierstich und hauchdünn geschnittenem Fisch gefunden hat.

http://www.amazon.de/Jiro-Dreams-of-Sushi/dp/B007UW9WOQ/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1446283229&sr=8-1&keywords=jiro+dreams+of+sushi

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