Aï, Wien

IMG_3667 Dinieren neben Louis Vuitton, Prada und Chanel – in der Wiener Innenstadt hat ein neuer Edel-Japaner seine Pforten geöffnet. Und überrascht mit relaxtem Lounge-Flair.

Der Name des „Aï“ (sprich: ai) im noblen Goldenen Quartier um die Ecke vom Graben heißt auf Japanisch „Liebe“ – und wir sind tatsächlich Hals über Kopf verliebt. Das Lokal erstreckt sich auf gut 600 Quadratmetern Gesamtfläche über zwei Etagen: unten ist das Ambiente etwas gediegener, oben herrscht entspannte Lounge-Atmosphäre (laut den Besitzern wurden 5 Millionen Euro in das Projekt investiert – man siehts!). Das Herzstück beider Stöcke sind die beiden Bars an denen auch gespeist werden kann. Für uns gab’s einen – zugegebenermaßen – recht kleinen Zweiertisch an einer der Fensterfronten, auf dem es im Laufe des Abends dann noch recht eng wurde J. Unser Kellner stellte sich mit Namen und ein paar Getränke-Empfehlungen vor. Zum Knabbern vorab wurde uns ein Schälchen mit einer Art dünnen Crackern mit Algenflocken serviert (gut, um die hausgemachten Aperitifs ein bisschen aufzusaugen) – dazu gabs warme Handtücher zum Erfrischen. Die umfassende Karte hat sowohl für Fleisch- als auch für Fischfans Einiges zu bieten (wie etwa Beiried vom Wagyu-Rind, Gänseleber-Gyozas und selbstverständlich jede Menge Sushi- und Sashimi-Kreationen).

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Für uns gabs vorne weg Edamame vom Grill mit Meersalz, anschließend einen kleinen Sashimi-Teller, Nigiri mit Lachs und Ingwer-Sojaglasur und Maki mit Crispy Jakobsmuschel, Kaviar und – für die Extra-Portion Luxus – kleinen Goldplättchen. Die Edamame waren unter den besten, die wir je gegessen haben! Das rauchige Aroma vom Grill ist ein spannender Kontrast zu den süßlich-nussigen Bohnen. Die Fische der Sashimi-Auswahl (Lachs, Thunfisch, Butterfisch) hatten eine Spitzen-Qualität – Caroline war der Lachs nur etwas zu dick geschnitten (weil er aber extrem zart war, hat es das Geschmacks-Erlebnis aber nicht wirklich beeinträchtigt). Die Lachs-Nigiri waren sehr solide, hervorzuheben ist auf jeden Fall der Sushi-Reis – er hatte als perfekter Begleiter vom Fisch genau die richtige Konsistenz und Menge. (Priskas fachkundiges Urteil: „Der ist mir gar nicht aufgefallen, so solls sein.“) Unser Favorit waren aber die Maki: mega leckerer Tempura-Teig (überhaupt nicht fettig) und einer ganz zarte Jakobsmuschel (zugegeben: mit 19 Euro ist die gute Rolle aber nicht gerade ein Schäppchen).

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Unser Fazit: Man sollte schon damit rechnen, etwas Geld in die Hand nehmen zu müssen. Die Preise sind recht gehoben. 8-14 Euro muss man für 2 (!) Nigiri hinlegen, Hauptspeisen kosten zwischen 12 und 79 Euro. Es zahlt sich aber auf jeden Fall aus, sich im Ai einen besonderen Abend zu gönnen. Das Personal ist sehr freundlich und aufmerksam, fragte uns, wann wir welche Speisen serviert bekommen wollen und erklärte uns genau, was wir da auf den Tellern hatten. Einziges Manko: die Nachspeisen waren uns zu typisch „europäisch“.

Wasabi: sehr scharf aber nicht unangenehm
Ingwer: überraschend knackig, hat nichts mit dem laschen eingelegten Ingwer zu tun, den man sonst meistens bekommt

Restaurant Aï
Seitzergasse 6, 1010 Wien
So – Mi 11:30 bis 1 Uhr
Do – Sa 11:30 bis 2 Uhr
Reservierung unter: +43 1 532 29 00

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